Eine genussreiche Entdeckungsreise

Wer die italienische Literatur etwas näher kennt, dem ist der Schriftsteller Cesare Pavese (1908-1950) ein Begriff. Wer ihn nicht kennt, jedoch statt Reiseführer lieber einen Roman als Wegbegleiter nimmt, der sollte unbedingt „Den schönen Sommer“ oder „Junger Mond“ lesen. Schauplatz seines literarischen Werkes waren vornehmlich die Langhe in der norditalienischen Region Piemont. Pavese selber war dort auf die Welt gekommen, und zwar in Santo Stefano Belbo. Die Langhe ist eine Hügelregion, eingebettet zwischen der oberen Poebene bei Turin und den Ligurischen Alpen. Die Stadt Alba ist für seine Trüffel weltweitbekannt, während der Ort Barolo auch dem hier hergestellten Rotwein den Namen gibt. Und apropos Weine, hier sind Barbera, Barbaresco, Dolcetto, Roero und Langhe zu Hause.

Kurz zurück zu Alba. Die hervorragende Qualität der Haselnüsse, die in der Umgebung geerntet werden, haben in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Konditor Pietro Ferrero auf die Idee gebracht eine Nougat-Creme zu erfinden, die später unter dem Namen Nutella die Welt eroberte.

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Eine Tour in diese reizvolle von Weinstöcken bedeckte Hügellandschaft lohnt sich also allemal und gilt, besonders bei Ausländern, als Insidertipp. Winzer und Weinkantinen findet man auf Schritt und Tritt, sowie Einkehrmöglichkeiten die auch den anspruchsvollesten Gaumen befriedigen werden.

Wir empfehlen hier die Osteria Veglio (www.osteriaveglio.it) in Annunziata eine Fraktion von La Morra. Für diejenigen, die sich auf einer Entdeckungsreise durch die Langhe befinden, liegt diese „Osteria“, also Gasthaus, der gehoberen Klasse jedoch, strategisch zwischen Bra (hier hat auch Slow Food seinen Sitz, sowie die von seinem Gründer Carlo Petrini ins Leben gerufene Università di Scienze Gastronomiche) und Alba. Von Annunziata aus, hat man eine einmalige Aussicht auf die ganzen Langhe.

Die Osteria Veglio selber befindet sich einem alten, ehemaligen Schulgebäude. Die liebevolle und fachkundige Sanierung hat daraus ein einladendes Ambiente gemacht in dem sich jeder schon beim Eintreten zu Hause fühlt.

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Geführt wird das Lokal von zwei jungen Ehepaaren: die Männer Emmanuel Marengo und Massimo Corso, haben ihre Erfahrung bei namhaften Chefs gesammelt, die Ehefrauen Cristina Dalzotto und Katharina Zahn, sind für das Wohl der Gäste zuständig.

Die Gerichte entstammen der sehr abwechslungsreichen kulinarischen Tradition der Langhe, die die zwei Chefs mit kreativen Zugaben verfeinern. Einen Namen hat sich die Osteria Veglio mit Fischgerichten gemacht. Für die Hauptzutat, also den Fisch, heißt es jeden Tag beim Morgengrauen aufstehen und am Fischmarkt von Turin die besten Stücke zu ergattern. Zu den ganz besonderen Gaumen-Erfahrungen zählt die geräucherte Trota, Forelle, mit Olive Taggiasche (die kleinen Oliven aus Ligurien) Brennesel- und Zucchini Creme. Unter den Evergreens wiederum die hausgemachten Tajarin (Tagliatelle) und Plin (Teigtaschen), angerichtet oder gefüllt mit Zutaten je nach Jahreszeit; oder Vitello Tonnato (feingeschnittene Kalbsfleischschnitten mit Thunfischsauce überdeckt) ein Gericht das zum Piemont gehört, wie die Pizza zu Neapel. Auf der Weinkarte findet man die Klassiker der Region sowie verschiedene Riesling Sorten. Letztere werden von der aus Deutschland stammenden Katharina Zahn persönlich ausgesucht. Im Sommer genießt man Speise und Aussicht von der großen Terrasse.

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©gastronauta.it

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