Ravello Villa Cimbrone
Regionen Italiens

Sehenswürdigkeiten

Die Region Kampanien liegt im Süden Italiens und ist vor allem wegen zahlreicher Sehenswürdigkeiten weltbekannt: die Amalfi Küste, Sorrent, Positano, Ravello, Ischia, Capri, Neapel, der Vesuv, sowie die zwei Ausgrabungsstätten Pompeji, Herculaneum und die griechischen Tempel in Paestum. Die Geschichte dieses Teiles Italien ist faszinierend. Die alten Griechen waren hier zuhause (der Stadtname Neapel stammt aus dem griechischen „Neapolis“, die neue Stadt), die Römer nannten diese reiche Region „Campania Felix“ das glückliche Kampanien und sie bauten luxuriöse Villen in Pompeji, Hercualenum, Ischia, Capri. Nach den Römern wechselten die Herrscher mehrmals: Langobarden, Byzantiner, Sarazenen, Normannen, Franzosen, Staufer. Ab Karl V. und bis 1861 geriet dann dieser Teil Italiens unter die Herrschaft der Spanier, zuerst direkt als Vizekönigreich Spaniens, dann als von den Bourbonen-Königen regierten unabhängigen Staat. Aus der Zeit der Bourbonen Könige stammt eine der prunkvollsten und schönsten Residenzen Europas aus dem 18 Jahrhundert: la Reggia di Caserta mit ihrer einmaligen Parkanlage, die mit Versailles in nichts nachsteht.

Touristisch betrachtet, ist diese Region schon seit Goethe und den Baedeker-Reiseführer auch in Deutschland bekannt und beliebt. Der Golf von Neapel gehört heute noch zu den schönsten Ausblicken der Welt. Die Halbinsel von Sorrent und Amalfi, sowie die zwei Inseln Capri und Ischia ziehen jedes Jahr tausende deutschsprachige Touristen an, nicht zuletzt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Reggia di Caserta, die Parkanlage
Reggia di Caserta, die Parkanlage

Die Hauptstadt Kampaniens ist Neapel. Mit ihren fast 1 Million Einwohner, ist sie nicht nur die größte Stadt der Region, sondern auch – nach Rom und Mailand – die drittgrößte Italiens. Ihre wunderschöne Altstadt gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe.

Außer der Küstenlandschaft – auch zu erwähnen ist die südlich von Neapel gelegene Teilregion Cilento mit ihrem gleichnamigen Nationalpark und Badeorte wie Marina di Camerota – gibt es das weniger bekannte aber deswegen nicht weniger interessante Landesinnere. Orte wie Benevento, mit dem weltweit besterhaltenen Triumphbogen aus der Römerzeit, Gesualdo, Heimat des Renaissance Fürsten und Komponisten Carlo Gesualdo, der Regionalpark der Monti Picentini, mit seinen bis fast 2000 Metern hohen Bergen (im Winter kann man hier sogar skilaufen!) sind sicherlich einen Besuch wert.

Essen

SanMarzano Tomate
SanMarzano Tomaten

Aromatische Tomaten, duftende Zitronen, Mozzarella aus Kuh- und Büffelmilch, Pasta, Fisch, Wein. Die reichhaltige Agrarwirtschaft Kampaniens erzeugt schmackhafte Produkte. Diese prägen nicht nur die Landschaft, sondern bestimmen auch das kulinarische Bild der Region.

Aus Neapel und Umgebung stammen einige der weltweit bekanntesten kulinarischen Gerichte Italiens: Pizza, Pasta, Limoncello, mit Tomaten und Basilikum garnierte Mozzarella (aus Kuh- oder Büffelmilch). Weitere typische Produkte aus Kampanien sind die San Marzano Tomate, die Artischocke aus Paestum, die Büffelmilchricotta, das Olivenöl aus dem Cilento und die Trüffel aus der Irpinia.

Als Antipasti oder „Häppchen“ reicht man in Kampanien „crocchette di patate“, Kartoffelkroketten, „caprese“, Tomaten, Mozzarela und Basilikum, „frigittelli“, italienische Schmor-Paprika, „frittelle di fiori di zucca“, gebratene Zucchiniblüten, „mozzarella in carrozza“, Käse- und Brotscheiben, die zusammen paniert und frittiert werden.

Zu einem typischen Essen gehört natürlich auch in Kampanien der Pastagang. Zu den bekanntesten Pastagerichten zählen die ganz einfachen Spaghetti mit Tomatensauce, „spaghetti al pomodoro“, wobei hier die Qualität der Zutaten den Ausschlag gibt, die beste Pasta aus der bei Neapel gelegene Stadt Gragnano und Tomaten der Sorte Sanmarzano!

spaghetti-mit-vongole
Spaghetti mit Vongole

Aber Pastagerichte (vor allem Spaghetti) kann man auch mit anderen Zutaten paaren, zum Beispiel mit „vongole“, Miesmuscheln, oder „aglio e olio“, Knoblauch und Olivenöl. Eine weitere typisch neapolitanische Variante sind die „spaghetti alla puttanesca“, mit Tomaten, Knoblauch, schwarzen Oliven, Kapern und Oregano. Aus der Amalfiküste stammen die Spaghetti mit Zitronensauce, oder auch die „gnocchi alla sorrentina“, Kartoffel Klößchen mit Tomatensuace, Basilikum, Mozzarella und Parmesan.

Ein Kapitel für sich stellt die Pizza dar. Neapel ist die Wiege der Pizza, hier ist sie als „street food“ entstanden. Man kaufte sie an jeder Straßenecke als dreieckige heisse Pizzascheibe, die man dann wie eine Brieftasche zusammenklappte und in Backpapier eingewickelt serviert bekam. Auch heute kann man diese ursprüngliche Pizza als „street food“ in der Altstadt von Neapel auf der Straße kaufen. Die Varianten der Pizza sind unendlich, auch wenn bei vielen Modepizzas ein echter Neapolitaner die Nase rümpfen würde. Für ihn zählt nur eine: Pizza Margherita! Mit Tomatensauce, Büffelmozzarella, Basilikum und Olivenöl bester Qualität. Basta!

In Rum getränkte Babbà
In Rum getränkte Babbà

Zu den typischen „secondi piatti“ zählen viele Gerichte mit Fisch, angefangen von der Fischsuppe, gefolgt von Venusmuscheln, Tintenfisch mit Kartoffeln, Stockfisch, Meerbarbe, Aal und auch noch den „pesce all’acqua pazza“, den Fisch „im verrückten Wasser“.

Im Fleischbereich haben wir das Kaninchen aus Ischia, mit Basilikum, Thymian, Majoran, Weisswein und Peperoni, die „braciole alla napoletana“ (Rindfleischroulade gefüllt mit Rosinen, Pinienkerne, Knoblauch, Petersilie und Pecorino Käse), Fleischklößchen mit Tomatensauce oder frittiert, Bratwurst mit Stängelkohl.

Beim Nachtisch erreicht die Region Kampanien und vor allem ihre Hauptstadt Neapel einen Höhepunkt! Fangen wir mit dem „babbà“ an, eine im Rumsirup getränkte weiche Süßspeise aus Hefeteig. Die „sfogliatella“ ist eine kegelförmigen Blätterteigtasche mit einer süßen Ricottafüllung mit Zimt und Orangenblütenaroma. Aus Sorrent stammt die „delizia al limone“, ein Kuchen aus Biskuitmasse, welcher in einem Zitronensirup getränkt mit einer Zitronencreme überzogen wird. Der wahrscheinlich bekannteste Nachtisch aus Kampanien ist die „pastiera“, ein Osterkuchen mit einer Füllung aus ganzen Weizenkörnern, Ricotta, kandierten Früchten, Zitrusfrüchtelikör, geriebener Zitronenschale und Orangenblütenaroma.

Eine Tasse Espresso
Eine Tasse Espresso

Und nach dem Nachtisch kommt ein guter Espresso. Auch hier sind die Neapolitaner unschlagbar. Sie haben sogar eine eigene Kaffeemaschine erfunden, die „Napoletana“, die heute nur noch in wenigen Familien zuhause noch verwendet wird. Ein Espresso muss man unbedingt im Stehen am Tresen einer Bar in Gesellschaft der anderen Kunden geniessen.

Kampanien ist reich an Weinen, die bekanntesten werden aus autochthonen Reben produziert. Die Weinproduktion in dieser Region hat eine sehr lange Geschichte. Schon vor der Ankunft der Etrusker gab es lokale Völker, die Rebstöcke angebaut haben. Die Etrusker und dann die Griechen haben die Produktionstechniken entwickelt. Schon die alten Römer haben die Weine aus Kampanien sehr geschätzt und die Kaiser haben sie als sehr gut beurteilt. Insbesondere der „Falerno“ wurde als bester Wein der Welt gepriesen. Ab dem 17. Jahrhundert veränderte sich die Rebsorten Konstellation in dieser Region und in der Zeit entstanden die Weinsorten, die wir heute noch trinken.

Wein aus Irpinia
Wein aus Irpinia

Die internationalen Rebsorten spielen in Kampanien keine große Rolle, da die verschiedenen Winzer es geschafft haben, die autochthonen Rebsorten meisterhaft zu entwickeln. Die verbreitesten roten Rebsorten sind „aglianico“, „barbera“, „sangiovese“, „montepulciano“, „greco nero“, „primitivo“, „ciliegiolo“ und die lokale Sorte „piedirosso“. Unter den weißen Rebsorten finden wir „falanghina“, „malvasia di Candia“, „manzoni bianco“, „trebbiano toscano“, sowie die lokalen Sorten „coda di volpe“, „greco“, „asprinio“, „fiano“, „biancolella“, „forastera“.

Alle DOCG Weine (italienisch für kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung) stammen aus dem Inneren der Region: der rote „Taurasi“ (Rebsorten Aglianico, Fiano di Avellino und Greco di Tufo) und zwei Weißweine (Rebsorten Fiano und Greco) aus der Teilregion Irpinia, die DOCG Weine „Aglianico del Taburno“, und die DOC Weine „Sannio“ und „Falanghina del Sannio“ aus der Provinz Benevento.

Aus der Umgebung von Neapel stammen drei kleine DOC Anbaugebiete: „Campi Flegrei“, „Vesuvio“ (bekannt ist hier der „Lacryma Christi“) und „Penisola Sorrentina“ aus dem Festland und zwei aus den Inseln Ischia (z. B. Piedirosso) und Capri.

Urlaub: Anreise, Reisezeit, not to be missed

Mit dem Auto ist Kampanien via Schweiz und Gotthardpass oder von Österreich aus via Brennerpass zu erreichen. Die Autobahnen aus dem Norden treffen in Bologna aufeinander. Von dort geht es über die A 1 weiter bis Neapel.
Mit dem Flugzeug wird Neapel von einigen ausländischen Flughäfen aus direkt angeflogen. Ansonsten fliegt man nach Rom und dann weiter mit dem Schnellzug (Frecciarossa oder Italo) nach Neapel und Salerno.

Das milde Klima in Kampanien, vor allem entlang der Küste, ist im Prinzip über das ganze Jahr (außer der heißen Monaten Juli und August) angenehm. Die beste Reisezeit ist sicherlich ab Ostern bis Mitte Juni sowie im September und Oktober, wenn die hochsommerlichen Temperaturen vorbei sind.

Per viaggiare in Campania – für Ihre Kampanien Reise empfehlen wir:

  • Den Golf von Neapel, mit Neapel, Sorrent und den Vesuv, sowie Pompeij und Herculaneum.
  • Die Inseln Capri und Ischia.
  • Die Amalfiküste mit Amalfi, Ravello und Positano.
  • Die königliche Residenz Reggia di Caserta und ihre Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert.
  • Salerno und die griechischen Tempel in Paestum.
  • Die gastronomisch sehr interessante Region Irpinia mit ihren Städten Benevento und Avellino.