Das Stadttor Porta Napoli in Lecce
Regionen Italiens

Allgemein

Apulien liegt im Südosten Italiens und umfasst den Absatz sowie den Sporn der stiefelförmigen Halbinsel. Seit einigen Jahren erlebt die ganze Region einen regelrechten Boom und gehört mittlerweile zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens. Es gibt unzählige Gründe in Puglia – wie die Italiener Apulien nennen – Urlaub zu machen. Einer davon ist sicherlich die faszinierende Natur. Gleich zwei Meere bietet die Region den Liebhabern langer Küstenstreifen: Im Osten die Adria und im Süden das Ionische Meer.

Obwohl Apulien die flachste Region Italiens ist, findet sich dort mit der wunderschönen Halbinsel Gargano – im Nordosten am Stiefelsporn gelegenen – auch eine bergige Landschaft mit felsiger Küste und einem Nationalpark. Im Nordwesten bilden die Monti della Daunia die Grenze zu Kampanien. Diese Verlängerung des Apennins ist das einzige Gebirge Apuliens. Nach Süden hin prägen ausgedehnte Ebenen und Hochebenen die Landschaft. Die bekannteste unter den Hochebenen ist zweifellos das Valle d’Itria mit der zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Trulli-Stadt Alberobello.

Die größte Stadt Apuliens, und gleichzeitig auch die Hauptstadt dieser Region, ist Bari. Eine faszinierende, sehr lebendige Altstadt sowie wichtige Meisterwerke aus der Zeit der Normannen und des Stauferkaisers Friedrich II. machen das Bummeln durch Bari kurzweilig und interessant.

Bari, die "Orecchiette" Strasse
Bari, die „Orecchiette“ Strasse

Der südlichste Teil Apuliens – das Salento– ist gerade einmal 40 Kilometer breit,  100 Kilometer lang und liegt am eigentlichen Absatz des Stiefels. Wunderschöne Strände beiderseits dieser Halbinsel laden zum Baden ein. Ein Teil der Ionischen Küste des Salentos wird ob seiner Schönheit gar als „die Malediven Italiens“ bezeichnet. Auch Lecce, die Hauptstadt Salentos, trägt einen Beinamen: Wegen ihres Reichtums an Kulturdenkmälern wird sie das „Florenz des Südens“ genannt.

Im Laufe seiner Geschichte war Apulien einer Vielfalt an kulturellen Einflüssen ausgesetzt: Griechen, Römer, später die Ostgoten, die Normannen, Byzantiner und Staufer, alle eroberten und kolonisierten Apulien und hinterließen ihre Spuren. Zu besonderem Ruhm gelangte der Stauferkaiser Friedrich II., der Apulien zum kulturellen und politischen Mittelpunkt seines Reiches machte. Das Schloss Castel del Monte, nahe Bari, erinnert noch heute an den Stauferkaiser.

Aus späteren Zeiten zu bestaunen sind prunkvolle Renaissance- und Barockbauten oder eindrucksvolle Kathedralen und Basiliken, die viele Städte und Dörfer schmücken.

Besonders charakteristisch für Apulien sind einerseits die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Masserie, die Landhäuser reicher Großgrundbesitzer, andererseits sind es die Trullis. Spitz zulaufende Rundbauten aus Stein, die im 17. Jahrhundert als Häuser für die Armen errichtet wurden. Heute sind viele Trullis zu Touristenunterkünften umgebaut und bieten eine sehr gute Alternative zu klassischen Hotelanlagen.

Essen

Aromatische Tomaten und kerniges Getreide. Zart duftende Mandeln oder feinstes Olivenöl. Die reichhaltige Agrarwirtschaft Apuliens erzeugt schmackhafte Produkte. Diese prägen nicht nur die Landschaft, sondern bestimmen auch das kulinarische Bild der Region.

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Apulien ist der größte Olivenölproduzent Italiens und war bis vor wenigen Jahrzenten die Kornkammer des Landes. Die Speisekarte Apuliens bietet eine große Auswahl eigenständiger, verlockender Gerichte, die die Vielfalt dieser italienischen Region widerspiegeln.

Orecchiette mit Cime di Rapa
Orecchiette mit Cime di Rapa

Als Antipasti reicht man in Apulien beispielsweise gegrilltes und anschließend in Olivenöl eingelegtes Gemüse.

Darunter die ganz besondere Lampascioni, eine wilde Zwiebel mit leicht bitterem Geschmack. Getrocknete oder halbgetrocknete in Olivenöl eingelegte Tomaten dürfen auf dem Vorspeisenteller nicht fehlen, ebenso wenig die Rape infocate, mit Pfefferschoten gekochte weiße Rübenspitzen, oder die Burrata aus der Stadt Andria. Kleine, mit einer Mischung aus gezupften Mozzarellafäden und Sahne gefüllte, Mozzarellasäckchen. Frittierte Fleischklößchen und in Olivenöl ausgebackene weiche Teigbällchen – Pettole oder Pittule genannt – runden gemeinsam mit kleinen Fischen wie Sardellen oder Anchovis die apulische Antipastiauswahl ab.

Zu einem typischen Essen gehört natürlich auch in Apulien der Pastagang. Zu den bekanntesten Pastagerichten zählen die

Orecchiette con Cime di Rapa, Orecchiette mit Rübstiel. Ein traditionelles Gemüse, das zwischenzeitlich sogar von den Spitzenköchen wieder entdeckt wurde. Weitere typisch apulische Pastaspezialitäten sind: Ciceri e Tria, band

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Fave e Cicoria

nudelähnliche Hartweizenpasta mit Kichererbsen oder Fave e Cicoria, ein Bohnenmus mit einer grünblättrigen Pflanze aus der Familie der Zichorien Gewächse. Diese speziell in Apulien verwendete Cicoria wächst nur dort wild. Ähnlich wie Chicorée oder Endivie hat sie einen leicht bitteren Geschmack. Nudeln sowie Reis mit Kartoffeln und Miesmuscheln oder die Sagne ‘ncannulate, spiralförmige lange Nudeln mit Fleischklößchen, werden in Apulien ebenfalls als Pastagang serviert. Auch die Auberginen alla Parmigiana, ein Auflauf mit Mozzarella und Tomatensauce, gelten als Pastagang. Obwohl in diesem Gericht gar keine Nudeln enthalten sind.

Neben den klassischen Kalb-, Schweine- oder Rindfleischgerichten kommt in Apulien auch häufig Pferdefleisch auf den Teller. Zu den Meeresspezialitäten zählen der Polpo alla Pignata, der Tintenfisch aus dem Tontopf oder die Miesmuscheln aus dem Golf von Tarent.

An die Zeiten Apuliens als Kornkammer Italiens erinnern zahlreiche Spezialitäten. Darunter das Altamura-Brot. Ein ausschließlich aus Hartweizenmehl hergestelltes Brot. Durch das DOP-Siegel, das italienische Siegel für Produkte mit geschützter Herkunft, ist es als Lebensmittel gekennzeichnet, dessen genau festgelegtes Herstellungsverfahren auf eine geografische Region beschränkt ist. Die Taralli, kleine mit Anis oder Kümmel gewürzte Teigkringel, sind auch im Ausland bekannt und geschätzt. Und auch die Calzone- eine gefaltete und gefüllte Pizza – ist über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und schmeckt frittiert oder gebacken gleichermaßen. Weitere mit Weizenmehl als Zutat hergestellte Spezialitäten sind die Rustico, ein mit Mozzarella, Béchamelsauce, Tomaten, Paprika und Muskatnuss gefüllter Blätterteig; die Friselle con Pomodori, ein kleines kringelförmiges hartes Brot, das mit Olivenöl, Salz und Tomaten zubereitet wird und schließlich die Puccie oder Uliate, größere Brötchen, deren Teig vor dem Backen im Holzofen mit Tomaten oder nicht entkernten Oliven gemischt wird.

Ein Brot aus Altamura
Ein Brot aus Altamura

Zur Abrundung eines apulischen Menüs sollte man das aus Spanien stammende Quittenbrot, das Cotognata leccese kosten. Oder das Cartellate genannte Weihnachtsgebäck aus Mehl, Eiern, Weißwein, Olivenöl, Honig, gehackten Nüssen und Zimt. Nicht nur in der Weihnachtszeit schmeckt der Biscotto di Ceglie. Ein Presidio Slow Food aus Mandeln, Kirschmarmelade, Trauben, Honig, Zitrusfrüchtelikör und geriebener Zitronenschale.

„Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse“, soll Salvador Dalí gesagt haben. Was die Weine aus Apulien angeht, sollte man dem Rat des spanischen Künstlers folgen und die Geheimnisse der apulischen Weine entdecken. Denn diese werden längst nicht mehr nur als Verschnitt schwacher Tropfen aus dem Norden Italiens oder gar aus Frankreich verwendet. Weine aus Apulien gehören zu den besten Italiens und immer mehr davon sind international bekannt und prämiert. Negroamaro, Primitivo di Manduria, Malvasia Nera, Uva di Troia, Aglianico und Bombino Nero sind Beispiele für rote Trauben. Impigno, Pampanuto, Verdeca, Bombino Bianco und Bianco d’Alessano für weiße.

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Anreise, Reisezeit, not to be missed

indische Feige
Kaktusfeige

Mit dem Auto ist Apulien via Schweiz und Gotthardpass oder von Österreich aus via Brennerpass zu erreichen. Die Autobahnen aus dem Norden treffen in Bologna aufeinander. Von dort geht es über die A 14 weiter bis Bari.
Mit dem Flugzeug werden Bari und Brindisi von einigen ausländischen Flughäfen aus direkt angeflogen. Ansonsten gibt es über Mailand Umsteigeflüge nach Apulien.

Die beste Reisezeit für Apulien ist im Mai und Juni, wenn die Mohnblüte die Landschaft in Rot taucht. Oder im September und Oktober, wenn die hochsommerlichen Temperaturen vorbei, die Strände wieder leer sind und das Meer noch warm genug zum Baden ist. Im Juli und August ist Apulien sehr heiß und die Strände sind häufig überfüllt.

Per viaggiare in Puglia – für Ihre Apulien Reise empfehlen wir:

  • Die Halbinsel Gargano und den dort gelegenen Nationalpark.
  • Alberobello, die Stadt der Trullis.
  • Bari, die größte Stadt Apuliens.
  • Castel del Monte, das Schloss des Stauferkaisers Friedrich II.
  • Lecce, die Hauptstadt Salentos, die auch Florenz des Südens genannt wird.