Die „Crotti“, natürliche “Kühlschränke” im Norden Italiens

Wir besuchen heute das Tal „Valchiavenna„, wo diese „natürliche Kühlschränke”, die sogenannten “crotti”, am häufigsten zu finden sind. Die Valchiavenna erstreckt sich in der Region Lombardei, zwischen Mailand und der Schweiz.

Der geheimissvolle Eingang zum "Crotto"

Was ist ein „crotto“?
Wenn man entlang der Valchiavenna fährt, wird man öfters Schilder mit dem Namen „crotto“ begegnen. Heute erkennt man damit die Präsenz einer einfachen Trattoria im Grünen oder eines mehr oder weniger rustikalen Restaurants.

Woher stammt das Wort „crotto“?
Ein „crotto“ ist ein Ort, auf einem Abhang oder an seinem Fuße, wo seit jeher, praktisch das ganze Jahr lang, ein natürlicher Windstrom weht – im Dialekt „sorèl“ genannt – der nie über 10°C warm ist. Dieser buchstäblich natürlicher Kühlschrank wurde durch eine Wand geschlossen und den daraus entstehenden Innenraum hat man mit Weinbehälter gefüllt,

In dem Crotto wird Wein zum Reifen gelagert

bzw. die trockeneren „crotti“, mit Käse und Salami zum reifen.

Käseformen reifen im Crotto

Das Fehlen von plötzlichen Temperaturschwankungen resultiert zu diesem Zweck einfach perfekt.

Zusammen mit dem Reifen von Wein und Käse, haben sich hier auch Freundschaften entwickelt und die Familien konnten hier ihren Zusammenhalt stärken.

Freundschaft vor einem Crotto schliessen (Bild aus den 70er Jahren)

Oft wurde auf oder neben dem „crotto“ einen mehr oder wenigen schlichten kleinen Aufenthaltsraum errichtet, wo man bei schlechtem Wetter oder im Herbst während der Weinlese vor dem Kamin sitzen konnte.

1781. Hier werden guter Wein verkauft und eine Menschlichkeitsschule geführt”

Heute ist ein “crotto” ein Ort der Sozialisierung, wo man die typischen Produkte des Tals kosten kann, wie z.B. den luftgetrockneten Rinderschinkenbrisaola“, oder die „pizzoccheri bianchi“, eine Teigwarenart aus Buchweizen-und Weizenmehl, aber auch auf dem heißen Stein „piòta“ gebratene Schweinerippchen und Gemüse. Dazu gehört sich, Weine aus der Gegend zu trinken, deren Stöcke oft auf terrassenförmige Felder („ronchi“) angebaut werden.

Ein Abendessen vor einem Crotto

An zwei Wochenenden Anfang September (2013 am 1., 6.,7. und 8. September) findet hier das Volksfest „Sagra dei Crotti“ statt.

Übrigens: die Hauptstadt des Chiavenna Tals, Chiavenna, gehört zum Verein der „Città Slow“, der langsamen Städte. Hier wird auf die Aufwertung von Geschichte, Traditionen, Kultur und Umwelt sehr viel Wert gelegt. Kein Wunder also, daß man jedes Jahr mit Solz dieses Fest organisiert!

Ein weiterer Grund, um aus Deutschland oder der Schweiz in dieser schönen norditalienischen Ecke eine Genussreise im September zu planen.

Mehr dazu in www.sagradeicrotti.it

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