Bergamo Alta – Ein Restaurant mitten in römischen Ruinen

Wie oft sind Sie, wenn Sie nach Mailand oder zum Gardasees wollten, am Flughafen Orio al Serio gelandet? Und, haben Sie sich auch die Zeit genommen die Stadt Bergamo zu besichtigen? Vom Flughafen ist sie keine Viertelstunde mit dem Auto entfernt, von Mailand ungefähr 30 Minuten. Wenn nicht, dann müssen Sie das bei nächster Gelegenheit unbedingt nachholen. Unlängst wurde Bergamo von der Unesco auch zum Kulturerbe ernannt. Genauer gesagt, die Stadtmauern die noch aus der venezianischen Herrschaft stammen, also aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert. Aber es sind nicht nur diese, die ganze Altstadt ist ein wahres Juwel. Bergamo Alta nennen sie die Einheimischen, denn sie liegt auf einem Hügel, Bergamo Bassa ist stattdessen der moderne Stadtteil am Fuße desselben.

Wenn man durch die verwinkelten Gassen und Straßen der Altstadt schlendert, hat man das Gefühl aus der Zeit gefallen zu sein. Venezianische und lombardische Bauten folgen einem auf Schritt und Tritt. Hinzu kommt, dass in Bergamo Alta keine Autos fahren dürfen, was den Besuch natürlich umso entspannter und angenehmer macht. Erreichen tut man die Altstadt entweder zu Fuß oder mit der „Funicolare“, der Standseilbahn.

Durch das steinerne Tor Porta Sant’Alessandro, eines der vier Stadttore, gelangt man sofort in ein Labyrinth von Gassen wo kleine Läden ihr handgemachten Kreationen und hausgemachten Köstlichkeiten anbieten. Man sollte sich einfach treiben lassen und ab und zu in einem Caffé eine kurze Pause einlegen. Zum Beispiel in der Konditorei Pasticceria Cavour 1880, wo man zum Espresso oder Capuccino auch eine kleine Süßigkeit bestellen kann. Sie kommen aus der Backstube des Konditormeisters Simone Finazzi, dessen mit 3 Sternen ausgezeichnete Küche man im Restaurant Vittorio genießen kann.

An Sehenswürdigkeiten mangelt es in der Altstadt nicht. Auf keinen Fall versäumen sollte man diese: die Accademia Carrara, eine der wichtigsten Gemäldegalerien Italiens, die Cappella Colleoni (1476) gleich beim Dom, ein Meiserwerkt der lombardischen Renaissance, der Dom, die Basilica di Santa Maria Maggiore. All diese Bauten befinden sich auf oder in unmittelbarer Nähe des schönsten Platzes der Altstadt, Piazza Vecchia.

Wer eine atemberaubende Aussicht über die ganze Altstadt möchte, der hat sie entweder vom 53 Meter hohen Turm Torre Gombito aus dem XII. Jahrhundert, oder von der nahegelegenen Festung Castiglio la Rocca. Wer sich für die Aussicht vom Turm aus entschließt, der hat zwei Möglichkeiten hinauf zu kommen: Entweder zu Fuß oder mit dem Fahrstuhl.

Es sind aber nicht nur die Kunstwerke und Kunstbauten von denen Bergamo Alta gesegnet ist. Auch für die Küche sollte man sich etwas Zeit nehmen. In der Città Alta wimmelt es nur so von Lokalen für jeden Gaumen und jede Tasche: Vom winzigen Kiosk Polentone, gleich bei der Funicolare Haltestelle, wo man Polenta mit den verschiedensten Zutaten serviert bekommt oder als Streetfood mitnehmen kann, bis hin zum exklusiven Hostaria Relais San Lorenzo.
Dieses Restaurant, keine 5 Minuten von der Piazza Vecchia entfernt, ist etwas ganz Besonderes. Die elegant gedeckten Tische stehen nämlich inmitten archäologischer Ausgrabungen aus der Römerzeit und dem Mittelalter.

Der Küchenchef Antonio Cuomo ist ein gebürtiger Neapolitaner der dem Zauber dieser lombardischen Stadt vollkommen verfallen ist. Cuomos Vorliebe gilt in erster Linie dem Gemüse (das Restaur einmaligen Gaumenerlebnissen verwandelt. Wie im Fall der traditionellen Pasta e Fagioli (Pasta mit Bohnen) mit Aprikosen oder der Zucchini mit Basilikum Cous Cous, Rosinen und Mandelcreme. Die Fleischliebhabern sollte sich wiederum den Entenschenkel in Camparisauce, mit Spargeln, Wassermelone und roten Rettichen nicht entgehen lassen.
Und da Küchenchef Cuomo ein besonderes Faible für Ästhetik hat, kommt auch das Auge auf seinen Genuss. Manche Gerichte sind so kunstvoll angerichtet, dass einem der Skrupel überkommen könnte sie zu zerstören.

 

 

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