Ein edler Tropfen aus dem Süden der Toskana

Sein Name ist Vermentino di Maremma. Sein Geburtsort? Natürlich die Maremma, der südlichste Zipfel der Toskana, der sich um Grosseto und dem unter Naturschutz stehenden Parco dell’Uccellina, der die Küste entlang an einem kilometerlangen Sandstrand grenzt. Für Pferdeliebhaber sei noch gesagt, dass hier die Maremmani, so heißt die einheimische Pferderasse, samt „Butteri“, die Cowboys der Toskana, hier zu Hause sind. Besonders im Sommer sollte man sich im Parco dell’Uccellina nach ihnen umsehen, oft laden die Butteri auch zu rustikalen Feiern und Turnieren ein.

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Wer die italienischen Weine schätzt, der weiß, dass es unter den Weißweinen etliche Sorten von Vermentino gibt. Einer kommt aus Ligurien, ein anderer aus dem südlich von Livorno gelegenen Bolgheri (apropos, wer Bolgheri noch nie gesehen hat, sich aber in der Gegend von Castagneto Carducci aufhält, der muss dieser entzückenden kleinen Ortschaft auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Dem Viale dei Cipressi, der 5 Kilometer langen Zypressen Allee, die bei San Guido von der Via Aurelia zu Bolgheris Ortskern führt, hat der Lyriker Giosuè Carducci, 1835-1907, ein Gedicht gewidmet, das in den italienischen Schulen zur Pflichtlektüre gehört), und wieder ein anderer Vermentinio kommt aus Sardinien.

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Weniger bekannt ist der „Vermentino di Maremma“, auch wenn er kein Neuling ist. Nur, er hat sich erst in den letzten Jahren in die vorderste Liga gebracht, landesweit sowie international. Vor kurzem fand im Ressort Borgo di Magliano sogar eine Preisausschreiben statt, die „Vermentino Challenge“. Die wichtigsten zwanzig Winzer der Maremma haben daran teilgenommen. Im Rennen waren 20 Igt (Typische geografische Angabe) Toscana und Doc (Kontrollierte Ursprungsbezeichnung) Maremma Toscana Flaschen aus dem Jahr 2016. Gewonnen hat die Marke „Litorale“ der Winzer Val delle Rose, im Besitz der Familie Cecchi.

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Was den Vermentino Weinstock auszeichnet ist die besondere Anpassungsfähigkeit an das Anbaugebiet, eine Eigenschaft die dem Bouquet von Ort zu Ort, eine unterschiedliche Note verleiht. In der Maremma, wo die Sommer besonders heiß sind, ist sie, anders als zum Beispiel in Ligurien, nicht so blumig, dafür intensiver und komplexer. Wegen der höheren Temperaturen dauert hier in der südlichen Toskana auch die Veredlung länger. Die Unterschiede sind aber nicht nur regional sondern auch lokal. Wobei diese Eigenschaft den Vermentino di Maremma besonders auszeichnet. Der Vermentino aus den mineralreichen Colline Metallifere (in 250 – 400 Meter Höhe), weist eine besondere „mineralische“ Note auf, anders als der aus den Weinhängen die nur 10-15 Kilometer von der Küste entfern liegen, oder denen in der Tuffsteingegend um Sovana, Pitigliano, Manciano.

Mittlerweile werden vom Vermentino di Maremma über 1 Million Flaschen jährlich verkauft und 650 Hektar Land damit bebaut, vor 20 Jahren waren es gerade einmal 150 Hektar. Ein edler Tropfen, voll im Trend.

 

Beim Gedanken an guten Wein aus der Maremma wächst sofort die Lust, wieder dort hinzureisen. Eine wunderschöne und Ruhe ausstrahlende Gegend. Auch zum Wandern ist der Parco dell’Uccellina übrigens toll geeignet. Man kommt durch einsame Wälder, an alten Ruinen vorbei und kann mit etwas Glück viele Tiere sehen.

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