Zibo: Haute Cuisine auf vier Rädern

Streetfood schön und gut, das Leben in Italien wird ja auch immer hektischer, vor allem in Großstädten wie die lombardische Metropole Milano. Was aber nicht heißen soll, dass man gewillt ist alles in sich hinein zu schlucken, Hauptsache es geht schnell und ist billig. Nein, so läuft das nicht, zumindest nicht in Italien, wo beim Essen die Qualität noch immer ausschlaggebend ist für den Erfolg, auch wenn das Angebot von Streetfood in den letzten Jahren rasant zugenommen hat und sehr vielfältig ist. Früher sah man die Streetfood Trucks bei Konzerten, Festivals, oder in der Nacht, da konnte man noch ein „Panino con porchetta“ (ein Brot mit gerolltem Schweinsbraten, eine römische Spezialität ) und ein Bier zu später Stunde haben.

Es sind besonders Jugendliche, die sich mit Streefood eine Zukunft aufbauen. Wobei die meisten von ihnen keine Improvisationskünstler sind, im Gegenteil. Als Paradebeispiel kann man die Mailänder Giulio und Alessandro, Gründer und Küchenchefs von Zibo Cuochi Itineranti nehmen. Und wer nach Mailand kommt, der sollte sich auf jeden Fall nach dem schwarzen Zibo Truck, mit der geschmackvollen aus holz getäfelten Theke Ausschau halten (oder, was schneller geht, ihn über Facebook ausfindig machen).

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Die gebackenen „Mondeghini“, Fleischklöschen mit Wasaby Mayo, oder die „Panelle di Ceci e Porri“, die Kichererbsen- Porripuffer mit Stracchinokäsesauce und einen Schuss Zitrone sind köstlich, wer aber auf der Suche nach einem einmaligen Gaumengenuss ist, der sollte die „Ravioli alla carbonara“ bestellen. Die Teigtaschen aus Mehl, Wasser und Eigelb, werden mit Pecorinokäse gefüllt und mit Guanciale (Speck aus Schweinebacke) abgeschmeckt und garniert. Ein Traum.

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Giulio Potestà (30) und Alessandro Cattaneo (32) kennen sich schon seit 2010, damals erlernten beide den Beruf am Alma Institut, der Haute Cuisine Schule von Gualtiero Marchesi, dem Guru unter den italienischen Köchen. Nach Schulabschluss machten beide ihre Erfahrungen bei blasonierten Chefs und renommierten Restaurants: Giulio bei Marzapane in Rom, Madia in Licata, Sizilien, und Pont de Ferr in Mailand; Alessandro bei Buca in Cesenatico an der Adria, danach in Spanien bei Asador Extebarri in Bilbao. Beide besitzen also eine solide Ausbildung und haben wertvolle Erfahrungen gesammelt. Als sie sich 2015 in Mailand wieder trafen beschlossen sie gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und da das Stillstehen an einem Platz nicht ihre Sache ist, haben sie sich eben für einen Streetfood Truck entschlossen, und ziehen so mit ihren Köstlichkeiten von einem Ort zum anderen in der Stadt.

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Was sie servieren sind typische italienische Gerichte, vom Geschmack her genauso wie man sie schon immer kennt, gleichzeitig aber auch problemlos und zwar im Stehen essen kann, ohne sich dabei zu bekleckert oder wer weiß welche Balancekunststücke vollbringen zu müssen. Daher, die Idee der „Ravioli alla carbonara“: statt den üblichen Spaghettis eben die Teigtaschen, gefüllt mit einem Teil der vorgesehenen Zutaten. Neben dem Geschmack ist auch die Größe wichtig. Die Ravioli, genauso wie die Mondeghini, oder die Kichererbsenpuffer sind alle nicht zu groß, was soviel bedeutet, dass die Essmanieren nicht in Frage gestellt werden, wenn man sich eine ganze Teigtasche in den Mund schiebt. Mit den Carbonara Ravioli erhielten beiden 2016 die Auszeichnung für das beste Streetfood in Italien ausgezeichnet.

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Die Auswahl ist vielfältig und es kommen immer wieder neue Gerichte hinzu: Neben den Ravioli, gebackene Falafel oder Käse mit Salsa Verde (grüne Sauce), oder sehr originell und schmackhaft belegte Brote, mit glasiertem Pork Belly, mit Pastrami, oder Primo Sale Käse mit gemischtem Salat. Und natürlich gibt es immer auch einen süßen Nachtisch. Besonders beliebt Tiramisu mit Haselnusscreme. Alle Zutaten, vom Teig bis zu den Saucen sind selbst gemacht, die Gericht an Ort und Stelle zubereitet. Und die Preise absolut annehmbar. Für ein Mittagessen inklusiv Nachtisch (ohne Getränke) 10 Euro.

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