Wo Schokolade zum Kunstwerk wird

Waren Sie schon einmal in Perugia? Nein? Dann ist es an der Zeit, dass Sie der Hauptstadt der Region Umbrien, mitten im grünen Herzen Italiens einen Besuch abstatten. Sie werden von ihrem mittelalterlichen Stadtzentrum hin und her gerissen sein. Die kleinen, verwinkelten Gassen verleiten gerade dazu sich einfach treiben zu lassen. Und an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken: Brunnen, Treppen, Rundbögen und eine wunderbare Aussicht. Perugia liegt nämlich auf einem Hügel, und von der Stadtmauer aus genießt man einen einmaligen Blick auf den nahegelegenen Bergzug der Appennini.

Und dann gibt es noch die Kunstschätze. Hier waren einst auch die Etrusker zu Hause, wovon u.a. eine der Stadtmauern, das Stadttor Porta Marzia und der Rundbogen Arco Etrusco Zeugnis tragen. Doch auch das Mittelalter war nicht kleinlich mit seinen Hinterlassenschaften. Allein die Piazza IV Novembre ist eine Ansammlung von Architekturschätzen: da der Brunnen Fontana Maggiore, dort der Palazzo dei Priori, heute Nationalgalerie der Region Umbrien, und dann ist da noch der Collegio dei Cambi.

Sie meinen das wäre nun nicht die richtige Zeit? Da irren Sie aber, gerade jetzt im Oktober gibt es einen Grund mehr diese faszinierende Stadt zu besuchen. Denn da verwandelt sie sich in so etwas wie ein Schlaraffenland ganz aus Schokolade. Und jetzt ist es (fast) so weit. Das diesjährige Eurochocolate Festival (https://www.eurochocolate.net/eurochocolate-2017/), findet zum 24. Mal vom 13. bis 22. Oktober statt. Dieses Volksfest der besonderen Art, lässt nicht nur aus Italien Tausende Schokoladeliebhaber anreisen. Und natürlich die Maître Chocolatier. Wobei diese nicht nur Meister in der Herstellung sondern auch in der Darstellung sind.

Seite an Seite stehen sie da, die Marmorskulpturen mit den Kunstwerken aus dunkler, weißer oder melierter Schokolade und verwandeln die Altstadt zu einer Freiluftausstellung.

Bei der Kreation mancher Skulpturen kann man auch live dabei sein und zusehen wie die Künstler, zum Beispiel aus vier, jeweils 11 Tonnen schweren Schokoladeblöcken ihre Kunstwerke formen.

In der Piazza IV Novembre wiederum können sich die Besucher ein Selfie mit einer 600 Kilogramm schweren Schokoladetafel machen.

Es gibt aber nicht nur Sensationelles für das Auge, sondern auch für den Gaumen. Die Feinschmecker müssen unbedingt durch den Corso Vannucchi schlendern. Wobei, schlendern geht nicht wirklich, besser man lässt sich geduldig von der Menschenschlange voranschieben. Entlang diesem Corso kann man die sonderlichsten Schokoladekreationen degoutieren. Außerdem sollte man sich die Zeit zur Verkostung von ungewöhnlichen Kombinationen nehmen: zum Beispiele zusammen mit erlesenen Weinen.

Es gibt aber nicht nur viel sehen und verkosten, auch lernen kann man allerhand, und zwar in den Workshops die tagtäglich stattfinden, für Anfänger sowie für Fortgeschrittene.

Und da ja Schokolade besonders von den Kindern heiß geliebt wird, gibt es auch für sie allerhand zu erleben, angefangen bei einem Maître Chocolatier-Kurs, bei dem sie Schokopralinen und –dragees selber anfertigen dürfen.

Zu den diesjährigen Attraktionen gehört eine ganze Musikinstrumentensammlung aus Schokolade. Neben der Trompete, der Violine, der Klarinette gibt es auch ein Klavier mit schwarz/weißer Tastatur, und zwar, wie alle anderen Instrumente auch, in Naturgröße.

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