Vom Verdauer zum Trendsetter

Ein fein-bitterer Geschmack nach Kräutern, der den Gaumen erfüllt. Im Abgang eine leichte Süße, die sich langsam im Mundraum ausbreitet und dort verbleibt. Der Vecchio Amaro del Capo ist mehr als nur ein Verdauer, dazu gedacht, nach einem üppigen Essen den Magen aufzuräumen. In Italien ist der Vecchio Amaro del Capo gerade dabei zum Trendgetränk zu avancieren und bekannten Marken den Rang abzulaufen. Die Eroberung des deutschen, ebenso wie des amerikanischen, Marktes stehen als nächstes auf dem Schlachtplan des in Kalabrien angesiedelten Unternehmens, das den Vecchio Amaro del Capo produziert. Seinen Namen hat der Amaro vom Capo Vaticano, einem auf einem Felsvorsprung gelegenen Kap, in der kalabrischen Gemeinde Ricadi. Nach dem Erfolg in Italien soll der Vecchio Amaro del Capo nun in Deutschland und Amerika Marktanteile erobern. Den beiden interessantesten Exportmärkten, was den Vertrieb von Amaro aus italienischer Sicht angeht.

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Produzent des Vecchio Amaro del Capo ist das mittlerweile in Limpadi in der Provinz Vibo Valentina in Kalabrien angesiedelte Unternehmen Distillerie Fratelli Caffo. Die Ursprünge des zur Gruppo Caffo gehörenden Unternehmens, das durch Giuseppe Sebastiano Caffo derzeit in der vierten Generation geführt wird, liegen an den Ausläufern des Ätna auf Sizilien. Dort übernahm Gründervater Giuseppe Caffo 1915 eine Destillerie. Die Erfolgsgeschichte des Vecchio Amaro del Capo begann Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, als Sohn Pippo Caffo ein altes Amarorezept solange abänderte und im Freundeskreis ausgiebig testete, bis die Rezeptur des Vecchio Amaro del Capo gefunden war.

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Die erfolgreiche Eroberung des italienischen Marktes, so schrieb die Zeitung La Repubblica Anfang Oktober im Wirtschaftsteil, sei nicht zuletzt einer gekonnten Marketingstrategie zu verdankten. Die setzte anfangs mit dem Spruch „Fatti il Capo“, was sinngemäß mit vernasche den Capo übersetzt werden kann, auf ein leicht anzügliches Wortspiel mit dem Wort Capo. Welches sich einerseits auf den Namensgeber des Amaro, das auf einem Felsvorsprung gelegene Kap, Capo Vaticano, beziehen kann. Andererseits aber auch als Aufforderung, den Firmenchef zu vernaschen, verstanden werden könnte, da Capo im italienischen nicht nur Kap, sondern auch Chef bedeutet. Die Aufforderungen weiterer Werbesprüchen, den Amaro eisgekühlt zu trinken, am besten unter minus 20 Grad, direkt aus dem Gefrierfach, mit Eiswürfeln versetzt, hat viele auf den Geschmack des Vecchio Amaro del Capo gebracht.

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Nicht nur pur und eiskalt schmeckt der Vecchio Amaro del Capo. Wem gemixte Aperitifs mehr liegen als ein Amaro nach dem Essen, der kann es mit einem Amaro-Tonicwater-Aperitif versuchen. Dafür soll der Amaro mit Tonicwater und Zitronensaft gemischt werden. Die obligatorischen Eiswürfel dürfen natürlich auch in dieser Version nicht fehlen. Der Namensgeber des Vecchio Amaro del Capo übrigens, das Capo Vaticano, hat nichts mit dem Vatikan zu tun, wie fälschlicher Weise vermutet werden könnte. Der Name des Kaps geht auf die Zeiten zurück, in denen die Griechen in Kalabrien siedelten. Damals soll am Kap ein Orakel gelebt haben, das vor allem von Seeleuten aufgesucht und um Prophezeiungen gebeten wurde. Aus dem Namen Capo Vaticinii, dem Kap der Prophezeiungen, wurde dann im Laufe der Zeit, das Capo Vaticano.

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