Venedig und die Lagune erleben und erschmecken

La Serenissima, wie die Republik Venedig auch genannt wurde, hatte über mehrere Jahrhunderte die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeerraum. Venedig, die Stadt der 116 Inseln in der Lagune, war nicht nur Schaltzentrale der Herrscher der Serenissima, sondern auch Anziehungspunkt für viele Künstler. Unter ihnen Maler wie Longhi, Guardi und Tintoretto. Deren Gemälde lassen die Betrachter von heute eintauchen in das Leben der Lagunenstadt von einst: In kostbare Spitze gewandete und mit Juwelen geschmückte Adelige, Wasserträger und Gemüsehändler auf dem Weg zum Markt oder Szenen des alltäglichen Lebens finden sich auf diesen Gemälden ebenso wie Jagdgesellschaften und Fischereiszenen oder Stillleben von vor Lebensmitteln überquellenden Tafeln.

Ein 'schwimmender' Markt in Venedig
Ein ’schwimmender‘ Markt in Venedig

Nahrungsmittel, Essen und Genießen spielten in Venedig schon immer eine besondere Rolle. Einst galt es die Lagune und die Landgüter inner- und außerhalb der Stadt umsichtig zu verwalten, damit der Nahrungs- und Wasserbedarf einer wachsenden Bevölkerung gedeckt werden konnte. Nahrungsmittel, die auf Feldern in der Stadt und auf den umliegenden Inseln angebaut wurden und Fisch und Meerestiere aus der Lagune bestimmten den Speiseplan. Gewürze, die die Handelsschiffe aus fernen Ländern mitbrachten, bereicherten ihn. Noch heute prägen diese Zutaten die traditionelle Küche Venedigs und des Umlands. Eine bodenständige, abwechslungsreiche Küche mit einfachen Zutaten, die durch Gewürze und Kräuter ihren Pfiff bekommt.

Bugbeschläge der Gondeln in Venedig
Bugbeschläge der Gondeln in Venedig
Ein "Gondelparkplatz" bei Sonnenaufgang
Ein „Gondelparkplatz“ bei Sonnenaufgang
Trockengelegene Gondeln in Venedig
Trockengelegene Gondeln in Venedig

In der klassischen venezianischen Küche dominieren die Fischgerichte. Seeteufel vom Grill, geschmorter Tintenfisch mit Polenta gehören ebenso dazu, wie die Frittura Mista alla Veneziana, allerlei frittierte Meeresfrüchte und kleine Fische mit einer Kräutersauce oder der Baccalà genannte Stockfisch, der über Stunden hinweg in Öl und Milch gedünstet wird. Polenta in verschiedensten Varianten findet sich als Beilage auf jeder Speisekarte. Warm, kalt, flüssig oder schnittfest, der Fantasie des Kochs sind keine Grenzen gesetzt. Bei der Fegato alla Veneziana, wird die in Scheiben geschnittene und angeröstete Polenta zu Kalbsleber mit Zwiebeln serviert. Die Kalbsleber mit Zwiebeln gehört ebenso zu den klassischen, venezianischen Fleischgerichten wie beispielswiese Hasenfrikassee oder mit Wein.

Venedig und die Insel San Giorgio im Vordergrund
Venedig und die Insel San Giorgio im Vordergrund
Die Lagune von Venedig
Die Lagune von Venedig

Bei einem Besuch in Venedig gehören, neben den touristischen Highlights wie Markusplatz, Dogenpalast und Rialtobrücke, ein Streifzug durch die abseits gelegen Gassen und ein Abstecher in den kleinen Bars zum Pflichtprogramm, um die Lagunenstadt von allen Seiten kennen zu lernen. In diesen Bars treffen sich die Venezianer, vom Arbeiter im Blaumann bis zum Anwalt in feinem Zwirn, auf einen Ombra. Wörtlich übersetzt, heißt das Schatten. An der Bar bekommt man, wenn man einen Ombra bestellt, ein kleines Gläschen einfachen, aber leckeren Weiß– oder Rotwein. Und jede Menge Lokalkolorit inklusive. Chioggia schließt im Süden die Lagune von Venedig ab. Wie Venedig ist auch Chioggia eine Inselsiedlung. Zahlreiche typische Fischrestaurants zeugen davon, dass die Bevölkerung Chioggias über Jahrhunderte hinweg als Fischer ihren Lebensunterhalt verdiente. Ein Gang über den Fischmarkt ist noch heute ein beeindruckendes Erlebnis. Und man muss kein Italienisch verstehen, um sich vom bunten, lauten Durcheinander gefangen nehmen zu lassen, wenn Händler und Käufer um die Fische feilschen. Ruhiger, gediegener und herrschaftlicher geht es im Naturpark in den Euganeischen Hügeln und entlang der Brenta zu. Der Naturpark bezaubert mit kleinen, mittelalterlichen Siedlungen mit Wein- und Olivenpflanzen oder mit Mittelmeer-Buschwald. Die historischen Villen entlang der Brenta sind steingewordenes Zeugnis des architektonischen Könnens Andrea Palladios.

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