„Strangozzi“: die Tagliatelle ohne Eier aus Umbrien

Die strangozzi sind eine lange quadratische oder rechteckige Nudelsorte, tyisch für Umbrien. Sie haben eine gewisse  Ähnlichkeit mit Tagliatelle, sind aber keine Eiernudel.

Frisch gemachte Strangozzi

Die Form erinnert auch an Schnürsenkel, woraus auch der Name “Strangozzi” (erwürgen) abzuleiten wäre.

Nach dieser Theorie leitet sich der Name aus dem historischen Fakt, dass als Umbrien zum Kirchenstaat gehörte, die Rebellen die Pfaffen mit Schnürsenkel erwürgten. Der Name „strangozzi“ ist eine Zusammensetzung von „stringa“, Schnürsenkel und „strangolare“, erwürgen. Diese Nudelsorte wird deshalb auch „strozzapreti“ genannt, ein Mittel um Priester zu erwürgen.

Strangozzi mit Trüffel

Damals (bis 1860), gehörten die Priester, ob sie es wollten oder nicht, zur herrschenden Klasse, zu  den Unterdrücker in den Augen der armen Leute. In der Tat besaß jeder Pfarrbezirk sein Landgut.

Die Priester hatten damals auch den (oft berechtigten) Ruf, das gute Essen zu lieben und, um diese zu bestätigen, liebten sie es, zum Mittagessen einen guten Teller Eiernudeln mit Fleischragout von der Haushälterin serviert zu bekommen.

Das Lieblingsgericht der Pfarrer: strangozzi mit Fleischragout!

Eier waren was besonders wertvoll und die bäuerliche Bevölkerung konnte sich das nicht leisten, weshalb ihre Nudel ohne diese Zutat gemacht wurden, nur mit Mehl, Wasser und Salz, eben die „strangozzi“. Ein Grund mehr, um die Pfaffer „erwürgen“ zu wollen!

Nächste Woche kommt ein Rezept mit „strangozzi“. Bleiben Sie dran!

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