Eine prickelnde Fünfzigjährige – Strada del Prosecco

Sie hat die Fünfzig seit rund einem Jahr überschritten und ist dennoch meilenweit davon entfernt, in die Jahre zu kommen. Die Strada del Prosecco, die 1966 als die erste Weinstraße Italiens eingeweiht wurde, hat auch nach einem halben Jahrhundert nichts von ihrer prickelnden Schönheit eingebüßt. Eine Verführungskünstlerin in Sachen Gaumenfreuden und Augenschmaus.

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Am 10. September 1966 wurde sie in Conegliano als „Strada del Vino Bianco“ – Weißweinstraße -eingeweiht. Später dann in „Strada del Prosecco e Vini dei Colli Conegliano e Valdobbiadene“ umbenannt. Ursprüngliche Länge: 42 Kilometer; die Verbindungsstraße zwischen Conegliano und Valdobbiadene. Zwei dem Prosecco eng verbundene Städte: Die eine – Conegliano – noch heute Sitz der 1876 gegründeten Scuola Enologica di Conegliano. Eine Weinschule, die sich dem Prosecco wissenschaftlich annähert. Vorbild für die erste italienische Weinstraße war ein Pendant in Deutschland, die deutsche Weinstraße zwischen Rhein und Mosel. Die hatte es Italo Cosmo, dem damaligen Leiter der Versuchsanstalt für Weinbau – dem Istituto Sperimentale per la Viticoltura di Conegliano, offensichtlich so angetan, dass er ähnliches auch in Venezien umsetzen wollte.

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2003 bekam die ursprüngliche Prosecco-Straße einen neuen Namen und ihr Verlauf wurde leicht modifiziert. Seitdem firmiert sie als „Nuova Strada del Prosecco e Vini die Colli Conegliano Valdobbiadene”. Der direkten Verbindungsstraße zwischen Conegliano und Valdobbiadene wurden weitere Punkte hinzugefügt. Mit dem Ziel, die gesamte Alta Marca Trevigiana als Heimat des Getränks mit den kleinen, prickelnden Bläschen zu vermarkten. Gastronomische, landschaftliche oder künstlerische Besonderheiten ebenso inbegriffen, wie eine Jahrhunderte alte Weinbaukultur. Die Alta Marca Trevigiana ist ein Inbegriff für Wein und Weinbau, aber auch für Gastfreundschaft, kleine Handwerksbetriebe, mittelalterliche Schlösser und Burgen sowie aristokratische Villen. Als erste Weinstraße Italiens war die Strada del Prosecco Vorreiterin für zahlreiche weitere Weinstraßen auf der italienischen Halbinsel.

pros.valdibbiadene

Nur der in den Gemeinden zwischen Conegliano und Valdobbiadene produzierte Prosecco darf das Gütesiegel DOCG tragen. Das steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita, also für eine kontrollierte und garantierte Herkunft. Zur Vereinigung der Strada del Prosecco zählen mittlerweile 170 Mitglieder, darunter Weingüter, Agriturismi oder Gasthäuser. Und auch in einundfünfzigsten Jahr nach ihrer Gründung bezaubert die Strada del Prosecco noch mit ihrem prickelnden Charme. „Es stimmt, die Bläschen sind das Gold unserer Gegend“, sagt Isidoro Rebuli, der Vorsitzende der Vereinigung der Strada del Prosecco und betont: „Dieses prickelnde Gold müssen wir nutzen, um auch die weiteren Vorzüge unseres Territoriums, wie die wunderbare Landschaft und die geschichtsträchtigen Orte, bekannt zu machen“. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Kandidatur dafür, die Hügellandschaft um Conegliano und Valdobbiadene in die UNESCO Liste der Weltkulturerbe aufzunehmen sowie eine eigene Facebook-Seite mit mittlerweile etwas über 8.300 Freunden.

Hallo Maren – ich hätte da eine Frage.
Bei dem Bericht über die Proseccostrasse hast du ein bild von einer Kirche auf einem Hügel.
Kannst du mir bitte sagen, wo diese genau ist.
Danke Peter

Guten Tag Peter!
Wir freuen uns, dass Dir unser Post über Prosecco interessiert hat. Bei der Kirche handelt es sich um die kleine „Chiesetta di San Lorenzo“ bei Farra di Soligo. Ciao! Fabio.

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