Ökobier mit Dampf

Magma, Geyser und Sulfurea, die handwerklich gebrauten Biere der Brauerei Vapori di Birra haben den Dampf und die Hitze nicht nur im Namen. Sie werden mit Dampf gebraut. Genauer gesagt, mit aus Erdwärme gewonnener Energie. Die in Sasso Pisano beheimatet Brauerei, deren Namen Vapori di Birra (Bierdampf) ein sich auf sapori di birra (Biergeschmack) beziehendes Wortspiel ist, ist Mitglied der Vereinigung Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana. Ein Konsortium lokaler, toskanischer Erzeuger, die zur Herstellung ihrer Produkte größtenteils selbst gewonnene, erneuerbare Energien verwenden.

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Die Gemeinschaft, die sich die Erzeugung von Lebensmitteln unter Verwendung erneuerbarer Energien auf die Fahnen geschrieben hat, ging 2009 offiziell an den Start. Und geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen Slow Food Toscana, der Fondazione Slow Food per la Biodiversità – eine Stiftung zum Schutz der Biodiversität und Nachhaltigkeit im Lebensmittelbereich – und der CoSviG, eine öffentliche Einrichtung, die die Geothermie in der Toscana voran bringen möchte. Die Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana ist die weltweit erste Vereinigung im Agrar- und Lebensmittelsektor, die sich nicht nur für nachhaltige, lokale Produkten stark macht, sondern gleichzeitig deren nachhaltiger Produktion unter Verwendung von großen Anteilen erneuerbarer Energien den Vorrang gibt. Erzeuger, die der Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana beitreten möchten, müssen drei grundlegende Prinzipien respektieren: Ökologische Nachhaltigkeit, kurze Transportwege, Produktion in der Toskana.

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Vorteile der nachhaltigen Erzeugergemeinschaft, wie die Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana selbst in ihrem Flyer schreibt, seien die Reduzierung der CO2-Emission, qualitativ hochwertige Produkte auf den Tisch zu bringen, die umweltfreundlich produziert wurden sowie das Recht der Mitglieder, ihre Produkte mit dem kollektiven Qualitätssiegel zu kennzeichnen. Ein Qualitätssiegel, das garantiert, dass die damit gekennzeichneten Produkte nach den Richtlinien der Slow Food Bewegung und unter Verwendung erneuerbarer Energien hergestellt wurden. „Gut, gerecht und sauber“ sind drei Stichworte mit denen die Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana wirbt. Gut bezüglich der Qualität, gerecht bezüglich der Vergütung des Erzeugers und sauber bezüglich die Umwelt achtender Produktionsmethoden, erweitert um die Verwendung von erneuerbaren Energien.

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„Es braucht schon eine Portion Idealismus und den Glauben an die gute Sache“, erklärte Mario Tanda, Vorsitzender der Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana in einem Fernsehinterview. Vor allem darum, weil die Mitglieder des Konsortiums mindesten 50% der zur Produktion ihrer Lebensmittel verwendeten Energie selbst erzeugen müssten. Beispielsweise per Fotovoltaik, Biomasse, Windkraft oder eben unter Verwendung geothermischer Energie. Davon gibt es in der Toskana im Valle del Diavolo, dem Tal des Teufels, reichlich. Das rund 200 Quadratkilometer große Gebiet, in dem die Erde dampft und in dem auch die Brauerei Vapori di Birra ihren Sitz hat, liegt im oberen Cecina-Tal. Dreizehn Mitglieder zählt die Associazione Agricoltori Custodi della Comunità del Cibo a Energie Rinnovabili della Toscana derzeit. Dazu kommen noch vier Unterstützer. Das Konzept wurde bereits mehrfach prämiert, unter anderem mit dem Premio Expo 2015. Zu den gemäß den Richtlinien erzeugten Produkten gehören neben dem Bier mit Dampf beispielsweise auch Käse, Backwaren, Wein, Öl oder Salami.

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