Gegen Overtourism: die Stadt Prato, die Toskana mal anders

Liebe Genussfreunde!

Letzte Woche war ich in der toskanischen Stadt Prato auf einer sehr interessanten Ausstellung über 2 Modedesigner aus dem 20. Jahrhundert, die in dem sehr schön ausgestattenen Museo del Tessuto stattfindet. (Azzedine Alaïa, Cristóbal Balenciaga. Sculptors of shape, bis zum 3. Mai 2026)

Das Museo del Tessuto in Prato

Prato klingt in den meisten deutschen Ohren wahrscheinlch eher unbekannt, oder wird höchstens mit dem gleichnamigen Wort „Prato“ (Rasen) in Verbindung gesetzt. Selbst viele Italiener und selbst viele Florentiner waren nie in dieser Stadt zu Besuch. Und das ist schade, weil diese mittelgrosse Stadt (knapp 200.000 Einwohner) hat viel zu bieten und ist sicherlich nicht vom allgegenwärtigen „Overtourism“ geplagt!
Die Stadt liegt nur 20 Minuten Autofahrt von Florenz entfernt und auf dem Weg nach Pisa/Lucca. Fast alle Touristen fahren an dieser Stadt einfach vorbei, auf dem Weg von Florenz nach Pisa/Lucca oder umgekehrt.
Prato hat eine sehr lange Geschichte (wer nicht in Italien?) und ist seit dem Mittelalter im Bereich der Stoffherstellung (Vorreiter des „Recycling“, weil schon sehr früh neue Stoffe als „alten Lumpen“ hergstellt wurden) bekannt. Diese jahrhunderte lange Tradition kann man im dem oben erwähnten Museo del Tessuto sehr gut kennenlernen.
Aber Prato hat viel mehr zu bieten. Wir fangen mit der Kathedrale Santo Stefano (14. Jahrhundert) auf der Piazza Duomo an.

Piazza del Duomo in Prato

Besonders auffälig ist hier die Fassade mit einem einzigartigen Meisterwerk: die Kanzel von Donatello!


Der Dom mit der Kanzel von Donatello (15. Jahrhundert)

Weitere Seheswürdigkeiten, um nur ein paar zu erwähnen, sind das Schloss vom Stauferkönig Friedrich II. (zwischen 1237 und 1248 erbaut)


Das Castello dell’Imperatore – die Kaiserburg in Prato (13. Jahrhundert)

und die Basilika Santa Maria delle Carceri, eine architektonisch wertvolle Kirche, die im 15. Jahrhundert nach einem Entwurf von Giuliano da Sangallo erbaut wurde.


Die Basilika Santa Maria delle Carceri (15. Jahrhundert)

Aber das Wichtigste dabei; was mich an Prato fasziniert hat, ist schlicht und einfach die „Dolce Vita“ Atmosphäre, 100% Toskana, ohne Touristen, ohne „Selfies“, wie Florenz vor 30/40 Jahren! Ein Erlebnis!

Hier geht es zu den neuen Berichten, die in der letzten Zeit in der deutschsprachigen Presse über italienische Genussthemen veröffentlicht worden sind. Viel Spass beim Lesen!

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