Die Geschichte der Fiorentina

Wer nach Florenz fährt, zu Besuch in der Wiege der Renaissance ist, der kommt nicht umhin (vorrausgesetzt natürlich er ist kein Vegetarier oder Veganer) Italiens berühmtestes und beliebtestes T-Bone Steak, „Bistecca alla fiorentina“, mindestens einmal zu genießen (öfter geht es manchmal nicht, schließlich gehört die Toskanische Küche zu den vielfältigsten).

Nur, wer kennt die Geschichte dieser, an das Kilogramm schweren und 4 bis 5 Zentimeter hohen Köstlichkeit?

Wie man wahrscheinlich schon weiß, wird für dieses Steak das Fleisch der Rinderrasse Chianina verwendet. Der Name führt auf das Tal Val di Chiana zurück, dessen toskanischer Teil zwischen den Städten Arezzo und Siena liegt. Über Siena genauso wie über Florenz wissen ja die meisten bestens Bescheid. Doch die Stadt Arezzo ist einen Besuch auf jeden Fall wert. Besonders für diejenigen die Malerei lieben. In der Abtei der Heiligen Flora und Lucilla befindet sich Giorgio Vasaris Hochaltar (Vasari war Architekt und Hofmaler der Medici, zu seinen berühmtesten Werken zählen der Vasari Korridor in Florenz der Palazzo Vecchio über die Uffizien mit Palazzo Pitti verbindet), in der Kirche San Francesco ein Freskenzyklus von Piero della Francesca, und in der Kirche San Domenico das frühest erhaltene Werk von Cimabue.

Die Chianina-Rasse gilt als eine der ältesten und größten weltweit. Schon die Etrusker und die Alten Römer bedienten sich ihrer, damals aber noch als Zugtier. Prägend für diese Rinder sind das weißes Fell, die kurzen Hörner und ihr Stockmaß, das bis zu 190 Zentimeter erreichen kann. Letzteres erklärt auch warum eine ganze Fiorentina nicht auf einen Teller passt und normalerweise für zwei Personen bestellt wird.

Wann und wer genau die „Bistecca alla Fiorentina“ erfunden hat, ist nicht belegt, irgendwie scheint es sie in Florenz immer schon gegeben zu haben. Anders verhält es sich mit dem Namen. Die Bezeichnung „Fiorentina“ geht auf die Zeit der Medici zurück und auf das San Lorenzo Fest (die gleichnamige Kirche gehört zu den schönsten der städtischen Renaissance), das jedes Jahr am 10. August gefeiert wird. Zur Zeit dieser Herrscherfamilie wurden zu diesem Volksfest in der ganzen Stadt offene Feuer angerichtet und das gebratene Fleisch dann unter der Bevölkerung verteilt.

Das Wort „Bistecca“ wiederum soll aus dem Englischen abgeleitet worden sein. Man erzählt, dass zu einem dieser San Lorenzo Feste einst auch englische Ritter anwesend waren. Sie nannten es Beef Steak, wovon dann das italienische Wort „Bistecca“ abgeleitet wurde.

Und wo isst man heute die beste Fiorentina? Das ist schwer zu sagen. Und es ist besser keine Rangliste aufzustellen, denn wie immer auch zusammengestellt, es würde immer jemanden geben der sie beanstandet. Also belassen wir es auf zwei Lokale die zweifelsohne zu den besten gehören in Sache Fiorentina gehören.

Für diejenigen die im Zentrum unterwegs sind, liegt der Braciere Malatesta in Via Nazionale, nicht weit von der Kirche Santa Maria Novella (und der, wegen ihrer Kosmetikprodukte weltweit berühmten Farmacia Santa Maria Novella) und der Kirche San Lorenzo, in bequemer Reichweite. Wer sich schon auf der anderen Seite des Arno befindet, Oltrano, befindet, der kann nach einem Besuch der Cappella Brancacci mit den wunderschönen Fresken von Masaccio und Masolino, bei Cambi im einstigen Arbeiterviertel San Frediano einkehren.

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