Der Panettone- Alle Jahre wieder

 

Die Regale der Pasticcerie, Konditoreien, biegen sich, wie immer zu dieser Jahreszeit, unter der Last der ordentlich nebeneinander gereihten Panettoni: Mailands Weihnachtskuchen, der im Laufe der Zeit nicht nur den ganzen Stiefel erobert hat, sondern auch ein Exportschlager geworden ist. Der Panettone, dieser halbkugelförmige Hefekuchen gehört in Italien zu Weihnachten, wie in Deutschland der Lebkuchen und die Weihnachtskekse.

Natürlich sind es noch immer die Mailänder, die besonders auf Panettone stehen, weshalb sie ihn vorzugsweise bei ihrem „Pasticcere di fiducia“, Vertrauens, – bzw. Lieblingskonditor, schon Wochen vor Weihnachten bestellen. Am 25. Dezember, wird er dann zur Krönung des festlichen Weihnachtsessens aufgetischt.

Das will aber nicht heißen, dass der erste Panettone der Saison erst am Weihnachtstag gegessen wird. Die ersten werden zur Jause, oder am Abend vor dem Fernseher. Nur, bei diesen kann es sich auch um einen Marken-Panettone handeln, von denen es ja unzählige gibt. Viele findet man jetzt auch in den Regalen deutscher Einkaufsmärkte.

Darüber wer den Panettone erfunden hat, scheiden sich seit jeher die Geister. Laut einer der beliebtesten Legenden, verdankt Mailand diese Delikatesse einem Küchenjungen der Hof des Herzogs Ludovico Sforza (1452- 1508) diente.

Der Herzog hatte zu einem Festessen eingeladen das, wie damals üblich, aus –zig Gängen bestand und dessen Abschluss ein ganz besonderes Dessert sein sollte. Doch leider verbrannte es dem Küchenjungen. Also musste er sich unbedingt und aufs schnellste etwas einfallen lassen. Er nahm die übrig gebliebenen Zutaten vermischte sie einfach und schob die Masse in den Ofen. Als er dann den Kuchen aus dem Ofen nahm, war er sich alles andere als sicher, an jenem Abend noch heil ins Bett zu kommen. Der Kuchen hatte nämlich eine arg komische Form, die eher an ein Brot (daher der Name Panettone, großes Brot) als an einen Kuchen erinnerte. Doch wie sich kurz darauf herausstelle, zeigte sich Ludovico Sforzas noble Gesellschaft begeistert über diese süße Kreation.

Dass es sich in diesem Fall um eine Legende handelt, bezeugt schon die Tatsache, dass der Panettone doch etwas mehr Arbeit erfordert als das vermischen von Zutaten und die Backzeit. Der Hefeteig muss mehrmals verarbeitet werden und rasten. Und wenn er aus den Backofen kommt braucht er noch eine gewisse Zuwendung: damit er seine typische Form erhält und nicht zusammenfällt, muss er, sobald er aus dem Backofen ist, über Kopf aufgehängt werden.

Im klassischen Panettone sind nur kandierte Früchte und Rosinen. Mittlerweile gibt es aber unzählige Variationen. Mit Schokolade übergossen, ohne kandierte Früchte, mit Creme gefüllt und so weiter und so fort.

Wer gerade jetzt in Mailand verweilt, sollte unbedingt den Panettone von der Pasticceria Gattullo oder von der Pasticceria Marchesi kosten. Ein wahrer (Weihnachts-) Traum.

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