Der Krieg der Pasta Könige

Mamma mia, die italienische Pasta ist in Gefahr! Und diesmal ist es nicht eine kleinkarierte EU Verordnung die für Aufregung sorgt, sondern ein Beschluss der italienischen Regierung. Ab nächstem Februar müssen die italienischen Nudelhersteller auf den Packungen auch das Ursprungsland des Weizens angeben.

Davon wollen die großen Hersteller wie Barilla, De Cecco, Rummo, Sant’Agnese aber nichts wissen. Ihrer Meinung nach, würde man damit der Branche und dem Made in Italy im Allgemeinen nur schaden.

Genau umgekehrt sehen es natürlich der Verbraucherschutzverband und der Verband der Kleinbauern Coldiretti, die seit Jahre kämpfen, damit diese Maßnahme endlich rechtsgültig wird.

 

Aber worum geht es in diesem Pasta-Krieg eigentlich?

Es stimmt, die großen Hersteller verarbeiten für ihre Teigwaren nicht nur italienischen Hartweizen. Warum das so ist erklärt der Verband der Teigwarenhersteller auch. Erstens, reicht der in Italien angebaute Weizen nicht aus, weswegen 30 bis 40 Prozent importiert werden müssen. Zweitens, ist der Import von Hartweizen nichts Neues, sondern erfolgt schon seit dem 19. Jahrhundert, vornehmlich aus Kanada und Russland. Was wiederum dafür spricht, dass es nicht vorranging der Weizen ist, auf dem der weltweite Ruhm der „Pasta italiana“ gründet, sondern die Verarbeitung. Drittens, der Weizen wird nicht importiert weil er weniger kostet. Im Gegenteil, er kostet mehr, von der Qualität her ist er dafür öfter besser als der italienische.

Und schlussendlich, sei es unfair und schade noch dazu der ganzen italienischen Branche, wenn Coldiretti und der Verbraucherschutzverband immer wieder Zweifel schüren, der ausländische Weizen könnte auch Mykotoxine aufweisen, meinen die Hersteller. Doch die sehr strickten Kontrollen würden dies ausschließen.

Doch Coldiretti ließ sich nicht umstimmen und kämpfte weiter. Man nehme nur das Pestizid Glyphosat, dessen Verwendung in Italien seit Februar dieses Jahres verboten ist, in Kanada aber verwendet wird um den Reifungsprozess zu beschleunigen, nimmt der Bauernverband als Beispiel. Und auch wenn es die Großen bestreiten, für die Kleinbauern hat der Import sehr wohl mit Preis- und Qualitätsdumping zu tun.

Der Konsumentenschutzverband weißt wiederum darauf hin, dass Barilla zum Beispiel, bei der Traditionsmarke Voiello gerade damit wirbt, dass diese Pasta zu 100 Prozent aus italienischem Weizen hergestellt wird.

Die Mehrheit der Italiener stellt sich auf die Seite von Coldiretti und des Verbraucherschutzverbandes. Denn, besonders in letzter Zeit, achtet man zunehmend, und nicht nur bei Teigwaren, sondern auch bei Olivenöl, Milch und anderen Produkten, auf die Herkunft der sogenannten Rohstoffe.

Das hängt einerseits damit ab, dass in Italien die Qualität der Lebensmittel schon immer wichtiger war als der Preis. Andererseits will man damit die einheimischen Landwirte unterstützen.

Und wenn Sie selber mal sehen wollen wie Pasta hergestellt wird, dann nehmen sie doch an unserer Reise nach Apulien teil. Da ist dann auch ein Besuch bei einem kleinen, lokalen Teigwarenhersteller vorgesehen, der ausschließlich Weizen aus seiner Region verwendet.

Buonasera!! 🙂

Meine Frage ist nun: muß nun ab Februar angegeben, ob der Hartweizen aus Italien ist oder hat sich Barilla durchgesetzt und die Pflichtangabe kommt nicht??

Grazie Matten

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