Der Culatello zieht gegen Plastikmüll ins Feld

Der Name Massimo Spigaroli müsste so manchem Leser dieses Blogs schon ein Begriff sein. Vor einiger Zeit erzählten wir in einem Beitrag, wie es dazu kam, dass er zum Re del Culatello (dem König des Culatello, einem besonderen Rohschinken, der hier in dieser Gegend sein Zuhause hat) wurde (https://www.die-genussreise.de/blog/der-culatello-und-sein-koenig/).

Seit vorigem Sommer ist Spigaroli aber auch Bürgermeister von Polesine Zibello, diesem kleinen, nördlich von Parma und am Ufer des Po Flusses gelegen Ort, der 3.188 Einwohner zählt. Hier befindet sich auch sein Gutsbesitz, die Antica Corte Pallavicina. Die Corte stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehörte einst dem Adelsgeschlecht der Pallavicini. Der Thronjuwel dieses wunderschönen burgähnlichen Gehöfts ist der Keller, der schon zur Zeit der Adligen zum Reifen der Culatelli benutzt wurde.

Spigaroli hat neben dem Culatello aber noch eine große Leidenschaft: Es ist der Po Fluss. In keinem seiner Interviews vergisst er den Fluss zu erwähnen. Denn ohne dem Po, der Feuchtigkeit und dem Nebel die von diesem aufsteigen und für den Reifungsprozess des Culatello so wichtig sind, wäre er nicht zum König dieses Rohschinkens geworden, hebt er immer wieder hervor.

Kein Wunder also, dass eines seiner ersten Unterfangen als Bürgermeister dem Fluss galt. Der Po ist Italiens längster Fluss, er durchquert vier Regionen, die als die wichtigsten Industriegebiete des Landes gelten und zusammen 20 Millionen Einwohner zählen.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden die Umweltverordnungen immer strenger, nichtsdestotrotz landet weiter allerlei Müll in den Fluss. Ein Problem, dass freilich nicht nur hierzulande besteht. Laut der Umweltorganisation WWF werden 80 Prozent des Mülls, der in die Meere landet, von den Flüssen transportiert. Beim Po kommt hinzu, dass er ein beliebtes Wochenendziel ist. Im Frühling und im Sommer tummeln sich hier die Menschen und lassen oft Müll und Plastikbehälter einfach liegen.

Von diesen Abfällen soll der Fluss jetzt gesäubert werden, zumindest hier in Polesine Zibello. Die Ufer und der Bosco Fluviale (der Wald der die Ufer säumt) sollen plastikfrei werden. Und damit an dieser Aktion auch alle mitmachen hat sich Spigaroli die kuriose Initiative „Für jeden Sack Plastikmüll eine Scheibe Culatello“ ausgedacht.

Die Aktion soll im Februar starten, wenn der Wasserpegel tief liegt, und bis März, April weitergehen, beziehungsweise solange bis die Ufer und der Bosco Fluviale vom Plastikmüll befreit sind.

Die Initiative scheint auf großen Anklang gestoßen zu sein, denn neben dem Landwirtschaftsverband Coldiretti, dem Verband Consorzio Culatello und etlichen Unternehmern, haben auch Restaurant- und Gasthofbesitzer wissen lassen, ihren Teil beitragen zu wollen. An den Abgabestellen der Müllsäcke bekommt jede/r pro Sack eine Marke, die sie/er dann bei den Gaststätten die sich der Aktion angeschlossen haben für die wohlverdienten Culatello Scheibe/n einlösen kann.

Wir von „Die Genussreise“ werden die Aktion weiter verfolgen und darüber berichten.

4 Tage im Land von Schinken und Parmesan: Emilia

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