An heißen Tagen bleibt die Küche kalt

Sollte der Sommer seinem Namen doch noch Ehre machen und mit schönen Sommertagen und heißen Temperaturen aufwarten, könnten leckere Gerichte aus der kalten Küche eine schmackhafte Alternative zu warmen Speisen sein. Nicht nur, weil zur Zubereitung keine Schwitzkur zwischen Backofen und Bratpfanne angesagt ist, sondern vor allem, weil ungekochte Gerichte an heißen Tagen eine leckere und leichte Alternative sind und trotzdem satt machen. Ohne ins Detail darüber zu gehen, welches die Vor- und Nachteile von Rohkost sind, hier zehn Gerichte zur Anregung, bei deren Zubereitung die Küche kalt bleib. Alle auf der Basis möglichst unveränderter Zutaten, die lediglich mit Extra Vergine Olivenöl, Zitrone, Pfeffer und Salz abgeschmeckt werden.

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Rohe Fleischwürfel

Rohkost im Sinne von ungekocht ist nicht mit vegetarisch oder vegan gleichzusetzten. Auch Fleisch kann roh lecker schmecken. Beispielsweise rohe Fleischwürfel. Kaufen Sie sich beim Metzger ihres Vertrauens ein zum Rohverzehr geeignetes Stück Fleisch, beispielsweise Rinderfilet oder Rindernuss. Das Fleisch nach dem Kauf für ungefähr eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, dann herausnehmen und mit einem Küchenkrepp abtupfen. Schneiden Sie das Fleisch zuerst in dünne Streifen, dann in kleine Würfel. Machen Sie die Fleischwürfel mit etwas Pfeffer und Extra Vergine Olivenöl an. Möglichst frisch verzehren.

Gemüse zum Dippen

Gemüse, dass in eine Sauce auf Olivenölbasis gestippt wird – Verdure in Pinzimonio – ist in Italien, vor allem an heißen Sommertagen, eine beliebte Vorspeise. Dafür können Sie alles Gemüse verwenden, das sich in lange Streifen schneiden lässt. Also beispielsweise Karotten, Staudensellerie, Gurken. Auch länglich geschnittene Fenchelstückchen eignen sich. Als Dipp wird Olivenöl mit etwas Essig, Zitrone und einer Messerspitze Senf abgeschmeckt. Falls das bereits geschnittene Gemüse bis zum Verzehr länger steht, stellen Sie es in Eiswürfel, dann bleibt es knackig. Die Verdure in Pinzimonio passen auch gut zu einem spritzigen Aperitif.

Fischtartar

Roher Fisch gilt an heißen Sommertagen schon fast als Kultgericht. Zur Zubereitung braucht es nicht viel mehr als ein scharfes Messer und frischen Fisch. Geeignet sind Fische mit festem Fleisch, das nicht matschig wird, wenn der Fisch zu Tartar gewürfelt wird. Der feingewürfelte Fisch wird mit Extra Vergine Olivenöl, Zitronensaft, Pfeffer und Salz angemacht. Wenn Sie Fettfisch verwenden sollte dieser zuvor für 10 bis 24 Stunden bei unter minus 20 Grad tiefgefroren ins Tiefkühlfach. Dadurch können möglicherweise im Fisch vorhandene Fadenwürmer (Anisakis) abgetötet werden.

Guacamole

Sommer und Sommerfeeling bedeuten Lust auf Reisen und Lust auf andere Länder. Wenn es nicht zum Verreisen in exotische Gefilde reicht, sind Gerichte aus anderen Ländern eine, zugegebenermaßen zwar nicht ganz adäquate, Alternative die Lust auf Exotik zu stillen. Die Avocado ist ein optimaler Kandidat für exotische Gerichte und ist zudem eine sehr gesunde Frucht, weil reich an Mineralsalzen und gesunden Fetten und ein Oxydationshemmer. In der mexikanischen Küche wird die Avocado zu Guacamole verarbeite. Eine Avocadocreme, die einfach zuzubereiten ist und lecker schmeckt. Eine weiche, reife Avocado im Mörser oder mit der Gabel zerquetschen, feingehackte Zwiebeln und kleingeschnittene reife Tomaten und rohe Paprika untermischen. Das Ganze mit Zitronensaft, Koriander, Extra Vergine Olivenöl, Pfeffer und Salz abschmecken. Maistortillas schmecken besonders lecker zur Guacamole.

Gazpacho

Die Gazpacho ist eine kalte, andalusische Gemüsesuppe aus reifen Tomaten, weißen Zwiebeln, roten Paprika, Knoblauch, Gurke, Rotweinessig, Salz, Pfeffer, altbackenem Brot und extra Vergine Olivenöl. Die Zubereitung geht einfach und schnell: Das gewaschene Gemüse pürieren und mit Pfeffer, Salz und Olivenöl abschmecken. Die Gazpacho wird eiskalt serviert, gegebenenfalls mit ein oder zwei Eiswürfeln in jedem Suppenteller.

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Feigen mit Salami

Saftig, süß, geschmackvoll, am besten frisch vom Baum gepflückt. Feigen sind nicht nur ein perfektes Dessert, sie lassen sich auch sehr gut mit Salami und Käse kombinieren. Eine Kombination, die als Antipasto derzeit sehr angesagt ist, auch wenn der Doppelbegriff Feige-Pizza einst ein Armeleuteessen bezeichnete. Haben Sie schon einmal Feigen mit Salami probiert? Der Kontrast zwischen süß und gesalzen wird sie begeistern.

Frisella

Das Frisella ist die apulische Version des Knäckebrots, das in ganz Süditalien verbreitet ist und als Happen zwischendurch genauso geschätzt wird wie als Bestandteil des Picknicks am Strand. Als Sommergericht wird das runde Knäckebrot in Wasser eingeweicht und mit Tomaten, Extra Vergine Olivenöl, Pfeffer, Salz und Origano angemacht. Je nach Geschmack kann noch Käse, vornehmlich Weichkäse, untergemischt werden. Der Legende nach sollen die Apulier, als das Meer noch garantiert sauber und kristallklar war, das Frisella während der Sommermonate direkt in Meerwasser eingeweicht haben. Trinkwasser mit Salz ist heutzutage sicherlich die überzeugendere Version.

Caprese

Die Caprese, also die Tomaten mit Mozzarella sind mittlerweile zwar fast schon Bestandteil der deutschen Küche geworden, dennoch soll die nahrhafte Salatversion hier nicht unerwähnt bleiben. Je hochwertiger die Zutaten, desto leckerer die Caprese. Am besten sonnengereifte Tomaten in Scheiben schneiden und auf jede Tomatenscheibe eine Scheibe Büffelmozzarella legen. Nicht wenige Liebhaber der Caprese schwören darauf, dass Extra Vergine Olivenöl und Basilikum ausreichen, um die Tomaten mit Büffelmozzarella schmackhaft anzumachen. Wem das nicht ausreicht, der kann noch etwas Pfeffer aus der Mühle darüber streuen. Ob als Vorspeise, als Secondo oder als Beilage. Tomaten mit Mozzarella gehen immer.

Melone mit Schinken

Ein weiterer Klassiker ist die Melone mit Schinken. Kritiker bemängeln zwar, die in Schinken eingewickelten Melonenscheiben seien achtzigerjahremäßig. Mit dem Argument, dass Vintage in ist, können aber vielleicht auch die Kritiker der Melone mit Schinken überzeugt werden. Zumal der würzige Geschmack des Schinkens durch die Süße der Melone optimal ausgeglichen wird.

Pfirsich in Wein

Zugegeben, Kuchen, Gebäck oder Tiramisu sind ein leckeres Dessert. Pfirsiche in Rotwein sind ein italienischer Sommerklassiker und eine echte Alternative. Gelbe Pfirsiche und ein guter Rotwein sind die Zutaten. Die Zubereitung ist schnell und einfach. Die Pfirsiche werden in Scheiben geschnitten und in den Rotwein gelegt. Da dieses Dessert eiskalt genossen werden sollte, kommen die Pfirsiche in Rotwein nach der Zubereitung sofort in den Kühlschrank.

Quelle: Gastronauta.it

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